I brought you flours
Donnerstag, 24. Mai 2007Immer wenn ich für längere Zeit unterwegs bin, nehme ich mir ein paar Filme mit, die ich mir dann abends reinziehe, bevor es in die Heia geht. Vorgestern muss ich irgendwie zu sehr mit rumänischen Lebensmitteln wie Ziegenkäse vollgedröhnt gewesen sein. Ich kann mir nämlich im Nachhinein nicht erklären, wie ich mir einen Film wie „Hautnah“ von vorne bis hinten ansehen konnte. Wahrscheinlich, weil dieser Film so eine Art „Worst Case Scenario“ für den Filmfan ist. Es fängt mit Julia Roberts an und endet mit der Teilnahme von Jude Law, der anscheinend alle Filmrollen ablehnen darf, es sei denn, er spielt einen Schriftsteller. Der Film ist schon etwas älter und ich kann mich erinnern, mal eine Filmkritik gelesen zu haben, die den Film nicht gerade positiv beurteilte. Ist ja zugegebenermaßen auch nicht einfach, ich meine, mit Julia Roberts drin. Es geht darum, wie Jude Law Julia Roberts verführt, obwohl diese einen Freund hat bzw. er eine Freundin, dann vögeln u.a. die Freund und der Freund (Jerry Springer lässt grüßen) und nach ein paar ultra-derben Sex-Dialogen und Trennungsepisoden (der Film zieht sich über mehrere Jahre hin) ist zum Glück alles vorbei. Irgendwie ist es absurd, über einen Film zu schreiben, den man scheiße findet. Aber ich glaube, man muss andere Leute auch darauf hinweisen, sich bestimmte Filme auf gar keinen Fall reinzuziehen, bevor sie einen innerlich zerfressen.

Diametral (von diesem Wort nehme ich gleich wieder Abstand) dem obigen Film gegenübergestellt ist Stranger than Fiction. Den deutschen Titel verwende ich nicht, da ich mich so dafür schämen muss. Ich habe diesen Film nachts im Flieger gesehen und erst ist dafür verantwortlich, dass ich meinen Jetlag noch eine Woche lang mit mir herumgetragen habe. Er fängt mit Maggie Gyllenhaal an (die übergöttliche Schwester vom Hasenfreund aus Donnie Darko) und endet mit dem Übergott Will Ferrell. Ich kannte Maggie Gyllenhaal bisher nur aus einem etwas äh… verstörenden Film namens Secretary. Na ja, beide zusammen sind in einer Story gefangen, die so simpel, wie verblüffend ist. So eine Art Truman Show, nur anders (?!) Egal, ich erzähle gar nichts vom Inhalt, aber dieser Film stellt (ähnlich wie Little Miss Sunshine) endlich wieder die wichtigen Dinge ins Zentrum des Lebens: a) Cookies und b) die Frage, ob das eigene Leben eher eine Komödie oder Tragödie ist (Strichliste führen!). Der Film selbst ist eher eine Tragikomödie, undzwar so traurig, wie eine Tragödie nur sein kann und so lustig, wie eine Komödie nur sein kann.
In einer Szene bringt Will Ferrell Maggie Gyllenhaal einige Packungen Mehl vorbei (sie ist Bäckerin): “I brought you flours.” Harhar, highly recommended. Fettester Indie-Soundtrack (überwiegend von Spoon, sofort kaufen oder klauen, egal). Hier passt alles! Douze points, her mit dem Oscar!



