Archiv für März, 2006

Triple Ü

Donnerstag, 30. März 2006

Früher gabs Ü30-Parties, in Stuttgart gibts nun Ü25-Parties. Demnächst vielleicht Ü20?

Ich hab mein Zimmer immer noch nicht vermietet und eine erneute Inserataktion gestartet. Vorhin kam immerhin ein Mädel, mit der ich über Firefox AK und Tiger Lou gequatscht habe. Gleich danach konnte ich Tobi begrüßen, der meiner Meinung nach ein verkleideter Thees Uhlmann war. Der war richtig begeistert.

Distorted Dancefloor

Dienstag, 28. März 2006

Manchmal ergeben sich Ähnlichkeiten, wo man gar keine vermutet. Irgendwann als ich Justice’ “Waters of Nazareth” lauschte, dachte ich mir. “Warum nimmt man nicht einen Song von Justice, LCD Soundsystem, MSTKRFT o. ä. (halt dieses ganze Robot-Rock-Daft-Punk-spielen-heute-in-meinem-Haus-Elektro-Gitarren-Zeug), verzerrt ihn noch ein Stückchen weiter und lässt diesen Song langsam in Converges “Concubine” faden?” Sieht so aus, als wären Transformer di Roboter mit Slayers “Reign in Blood”, welches immer wieder gern als “Raining Blood” gecovert wird, meinem Wunschtraum ein bisschen näher gekommen. Würden sich die Stimmen nicht so chipmunk-mäßig anhören, wäre es richtig cool geworden. Solange träume ich immer noch von Converge im Elektro-Dance-Style.

Ansonsten muss ich mich heute outen, hab ich mir doch heute nach ca. 7,5 Jahren wieder eine Arztserie angesehen (”Grey’s Anatomy”) und ich muss zugeben, dass diese Folge ganz cool war. Ich finde es erstaunlich, dass nur bestimmte Berufsgruppen ihre eigenen Serien haben, vor allem (Tier-)Ärzte, Anwälte, Polizisten. Gleichzeitig frage mich, warum andere Berufsgruppen so unterrepräsentiert sind. Da wünsche ich mir echt die Drei Damen vom Grill zurück, featuring Brigitte Mira und Günter Pfitzmann, oder auch das aufregende Leben von Fernfahrern wie Manfred Krug in Auf Achse. Oldschol halt.

3, 2, 1, … nicht mehr meins!

Sonntag, 26. März 2006

Opfer eines Einbruchs zu sein ist schlecht. Gut nur, dass der Einbrecher gestern nachmittag nur auf Bargeld aus war und weder die Notebooks, Digitalkameras, Handys o.ä. von mir und meinem Mitbewohner haben wollte. Noch seltsamer ist es, wenn man wieder nach Hause kommt, den Einbruch am Anfang gar nicht wahrnimmt und dann langsam immer mehr Dinge seltsam erscheinen (”Hatte ich wirklich die Balkontür offen gelassen und warum ist diese Schublade offen?”). Es fehlte wirklich nichts außer ein paar Scheinen kolumbianischer Währung meines Mitbewohners. Bleiben somit nur die Fußabdrücke seiner Schuhe auf dem Fensterbrett und die Gewissheit, dass der Einbrecher sich das Foto vom Pflegepferd meiner behinderten Cousine kurz angesehen haben muss. Das lag nämlich hinter dem Fernseher auf dem Boden.

Target Costing beim Bäcker

Freitag, 24. März 2006

Mich haben schon immer die 1, 2 und 5-Cent Stücke angenervt. Sie fliegen immer in meinen Hosentaschen rum und landen irgendwann auf meinem Schreibtisch, wo sie sich langsam zu einem Cent-Kilimandscharo anhäufen. Seit neuestem hab ich aber eine neue Strategie um Kleingeld erfolgreich loszuwerden. Ich stecke morgens eine handvoll Cents ein, zähle sie auf dem Weg zum Bäcker und sage dann: “Ich habe hier 86 Cent, was krieg ich dafür?” Ich habe den Eindruck, mit dieser Taktik den Bäckereifachverkäuferinnen geradezu etwas Gutes zu tun, weil es sie intellektuell anspornt, verschiedene Produktszenarien durchzuspielen: Die Brezel plus ein Fitnessbrötchen oder doch lieber ein normales Brötchen und ein Sonnenblumenweckle?

P.S. File under “Begegnungen, die multiple Deja-vus verursachen”: Heute kam eine Annika vorbei, um sich die Zimmer in unserer WG anzusehen. Ihr Beruf: Kinderchirurgin! ;-)

Room mates

Mittwoch, 22. März 2006

Flvs sucht seit gestern eine(n) Mitbewohner(in). Von den 8 Bewerbern, die sich in den letzten 24 Stunden gemeldet haben, waren 7 Frauen. Die meisten haben mir geschrieben sie könnten gut kochen oder würden ihre Küchengeräte mitbringen. Ich frage mich gerade ob ich nicht versehentlich eine Kontaktanzeige aufgegeben hab.

Speeders

Montag, 20. März 2006

Pünktlich zum Frühlingsanfang wurde ich erstmals mit der sportlichen Härte von Speedminton konfrontiert. Sie sorgte u.a. dafür, dass mein Körper gerade halbseitig gelähmt ist. Ich befürchte fast, dass sich der Muskelkater bis morgen noch auf die linke Körperhälfte ausweitet. Wegen Speedminton habe ich nun auch Schwangerschaftsstreifen Geweberisse an meinem Knie. Nicht fragen warum.

Nur gut, dass ich wenigstens noch einen kleinen sportlichen Erfolg vorweisen kann: Sieger der Trostrunde! Das heisst Platz 9 bei den internationalen deutschen Meisterschaften und ist in etwa gleichzusetzen mit Platz 1 in der Entscheidung zu “Deutschland sucht den Superstar”.

Eh ichs vergesse. Speedminton ist sowas wie Badminton, Tennis und Squash zusammengemixt. Wer Speedminton spielt, kann auf Drogen verzichten, weil es auch gern im Dunkeln unter Schwarzlicht mit floureszierenden Bällen gespielt wird. Dann wechselt es sogar seinen Namen und heisst Blackminton. Es bietet all die Dramatik von Rückschlagsportarten, mitsamt zerschmetterten Schlägern, Schreien, Beleidigungen, Tränen und in die Brüche gegangenen langjährigen Freundschaften. Allerdings werden überdurchschnittlich viele neue Freundschaften geschlossen.

Demnächst auch in ihrer Nähe, zumindest dort, wo diese mysteriöse Frau anzutreffen ist. Ne, Nadün?

Keep it rollin’

Sonntag, 19. März 2006

Ich weiss wirklich nicht, was der Unterschied zwischen einer “Spoken Word”-Aktion und “sich einfach auf die Bühne stellen und ein Geschichten aus seinem Leben erzählen” sein soll, aber unterhaltsam war Henry Rollins allemal. Er redete schnell und machte keine Pausen, was normalerweise ermüdend ist, aber hier nur seine Eindringlichkeit unter Beweis gestellt hat.

Wer meinen gekonnt verschwommenen Schnappschuss genau betrachtet, wird feststellen, dass er das Mikro nicht einfach so im Roland Kaiser-Style mit drei Fingern anfasst, sondern das Kabel zunächst einmal ums Handgelenk wickelt und das Mikro mit der ganzen Faust würgt. “I use only half of my bed, the other half is just books and hate.” Yeah.