Archiv für Dezember, 2005

Happy Crossmas!

Montag, 19. Dezember 2005


n - 1

Samstag, 17. Dezember 2005

Es gibt ein Live-Album von Philip Boa, das wurde irgendwann kurz nach dem Mauerfall im Osten der Republik aufgenommen. Es beginnt ungefähr so:
Ein Typ kommt auf die Bühne und kündigt Philip Boa an. “Es gibt 5 Bands, die ich in meinem Leben live gesehen haben will. Ab heute sind es nur noch 4, hier sind Philip Boa and the Voodoo-Club.”

Ich hab mich immer gefragt, wann man wohl so eine Liste erstellt. Ich meine, ab wann überlegt man sich, wen man auf jeden Fall gesehen haben muss? Und warum? Ist man irgendwann vielleicht zu alt oder könnte sich die Band bald auflösen? Heute war das erste Mal, dass ich mir darüber ernsthaft Gedanken gemacht habe. Das war es zumindest nachdem ich festgestellt hatte, dass Rainer Maria nicht spielen sollten und ich vor meinem geistigen Auge nochmal die Jahre 2000 - 2005 an mir vorbeiziehen ließ, in denen die Band nicht einmal nach Europa kam. Dazu muss ich sagen, dass mich heute nichts hätte aufhalten können. Die Band sollte in Karlsruhe spielen, zusammen mit Tiger Lou (ab heute für mich King Lou), und eigentlich wäre es der Abschiedsausflug für das Squaredancemobil geworden. Ja, einmal mit dem Squaredancemobil zu Rainer Maria, das wärs echt gewesen. Dazwischen lagen nur 70km und ein leichter Schneesturm, der auf einmal die Autobahn zwischen Stuttgart und Karlsruhe lahm legte. 14 km Stau und man solle doch bitte die Mitte der Fahrbahn für die Streufahrzeuge freimachen, so der Nachrichtenmann. Aha. Also noch rechtzeitig umgesattelt auf den Zug, der mehr als pünktlich war, bevor das Schild am Halleneingang verriet, dass die Band selbst noch weit entfernt im Stau steckte.

In so einem Moment gehen einem viele Sachen durch den Kopf. Zum einen all die anderen Konzerte, die man aus unterschiedlichsten Gründen nicht miterleben konnte (CIV in Bremen, Garbage in Hamburg, Boy Sets Fire in Amsterdam, …), oder der Gedanke, dass doch alle Bands auch immer mit der Bahn anreisen sollten, oder eben auch die Angst, diese Band niemals live sehen zu dürfen. Ich frage mich, wann ich das letzte Mal so verstört war, ich musste zunächst eine Runde um den Block laufen, vorbei am Bundesverfassungsgericht, wo ich am liebsten Verfassungsbeschwerde gegen Staus auf Autobahnen eingelegt hätte, und schließlich wieder hinein zu Tiger Lou, dem kurioserweise gleich beim ersten Gitarrenanschlag des ersten Liedes eine Saite riss. Ein sehr seltsamer Abend, irgendwie.

3, 2, 1, deins!

Montag, 12. Dezember 2005

Jetzt ist mein Squaredance-Mobil-Baby für immerhin knapp 207 EUR über den virtuellen Auktionstisch gegangen! Unnötig zu erwähnen, dass die Auktion für mich an Dramatik nicht zu überbieten war, stand das Fahrzeug 5 Minuten vor Schluss doch noch bei 5,50 EUR und eine Minute vor Ende noch bei 55 EUR. Irgendwie komisch, verbindet man doch so viele Erinnerungen mit seinem Gefährt(en): verlorene Tankdeckel und Erpressungsversuche auf dem Schrottplatz, nasse Sitze nach Regengüssen bei offenem Dach verbunden mit anschließender Autoübernachtung, dezente Wachsdekorationen wenn man bei fahrendem Auto ein brennendes Teelicht rauswirft (wie kommt man eigentlich auf so eine Idee?), unzählige Möbel- und Vespatransporte, damit ist nun erstmal Schluss.

Gestern hatte mir jemand angeboten, das Baby gleich nach Auktionsschluss abzuholen. Nur gut, dass ich jetzt doch noch eine Woche Zeit habe “Auf Wiedersehen” zu sagen.

Dat Glückskind

Freitag, 09. Dezember 2005

Kunden, die mir Weihnachtskalender zuschicken, werden bevorzugt behandelt. Wiederholt stellt sich heraus, dass ich einfach zu leicht zu manipulieren bin …

… außerdem hat mir ein Preisausschreiben heute die Kitsune Maison Compilation gebracht. Yip! Au revoir Simone, Tom Vek, Architectures in Helsinki etc. , nicht nur die eigenen Labelmates, sondern das, was den Jungs und Mädels des französischen Labels am besten gefällt, ist am Start. Beim ersten Hören bin ich superbegeistert, mal ganz davon abgesehen, dass es die bestaussehendste CD ist, die ich seit langem in meinen zittrigen Händen gehalten habe.

Davon abgesehen muss ich nur noch was zu Essen finden, um zu 100% glücklich zu sein.

“And fuck forever
If you don’t mind
See I’m stuck forever
I’m stuck in your mind, your mind, your mind, your mind”

psychospaltung

Freitag, 09. Dezember 2005

Psychospaltung ist vielleicht mein Blog des Jahres. Ich bin über eine Suche nach “A day in Black and White” auf einen Blog gestoßen, der so wunderbar wie schmerzvoll ist (und das im wörtlichen Sinne).

Ein paar Ausschnitte:

“Früher habe ich mir mit Bier die Scheiße aus dem Hirn gespült, jetzt versuche ich den gleichen Trick mit Wasser. Klappt aber nur bedingt, weil die Scheiße sich geändert hat.”

“Sagt die Tussi zu ihrem Freund: “Ach, hab ich dir ja noch gar nicht erzählt. Sebastian kann mir ja die Karten besorgen für Robbie Williams. Und er hat gesagt, dass er uns auch so VIP-Ausweise besorgen kann, dann können wir auch in den VIP-Bereich.” Sie legt den Kopf schräg, eine verlegene Geste, ihre Gedanken an den wunderschönen Abend mit Robbie Williams, ihr gegenüber ihr Freund, der so gar nicht wie Robbie Williams ist, dem sie unverhohlen jeden Abend erzählt, wie toll sie den findet. “Und”, fragt der, mehr sagt er nicht. “Ich weiß nicht”, sagt sie, “ich glaub das noch nicht so ganz.”"

Für solche Postings sollte es Nobelpreise geben.

Burn to Shine

Mittwoch, 07. Dezember 2005

Wenn das nicht superhorny ist, weiss ich auch nicht weiter. Was man vor seinem Tod tun sollte:

- 1 Stadt aussuchen
- 1 Haus hernehmen, das zum Abriss bereit steht
- seine Lieblingsbands kurz vor dem Abriss darin spielen lassen
- alles auf Video aufnehmen und auf 45 Minuten zurechtschneiden
- mir die Aufnahme schenken
- die nächste Stadt suchen

“Burn to Shine is a film series produced by Fugazi’s Brendan Canty and directed by film maker Christoph Green. This is the first installment in the series and is titled Burn to Shine 01: Washington DC. It features live performances by Bob Mould, Ted Leo, Ian Mackaye’s new band The Evens, Weird War (ex-Make Up), Q and Not U (Dischord records), Canty’s band Garland of Hours, Medications (ex-Faraquet), and French Toast (featuring James Canty of Make Up, and Jerry Busher of Fugazi).

We travel from town to town and film bands performing in houses that are about to be demolished or burned to the ground. They document the doomed house, the bands, and the demolition, put it together in a 45 minute movie, put it out on DVD and move on to the next town. Each DVD/town has a different curator that is entrenched in the respective music scene and who can pick out what he or she considers their favorite bands. ”

Unter anderem hier zu bestellen.

Oberarm-Piercings

Montag, 05. Dezember 2005

Heute hatte ich einen etwas seltsamen Traum , in dem ich mir u.a. ein Oberarm-Piercing stechen liess. Ich weiss nicht, wie man auf so eine Idee kommen kann, aber ich glaube, ich fand das Piercing sogar schon in meinem Traum scheiße.

Na ja, andere Projekte sind gerade wichtiger. Innerhalb der nächsten 2 Wochen werden 2 Freunde von mir umziehen und ich verspüre auch gerade so einen Drang, bei mir auszumisten und alles zu fotografieren, was demnächst zu Ebay geht. Mein erstes Opfer: Das Squaredance-Mobil. Ich habe mich echt zurückgehalten, keinen Mist zu schreiben, schließlich soll auch irgendjemand dafür bieten. Leider ist das aber noch nicht geschehen (dafür gibt es immerhin einen (!) Beobachter). Vor 4 Wochen oder so hab auf Spiegel TV einen Bericht über einen Typen im Hamburger Hafen gesehen, der jede Woche 500 fast schrottreife Fahrzeuge nach Afrika verschifft. Mich beschleicht das Gefühl, mein Auto könnte demnächst auch dabeisein.